Schlagwort: Lernbegleitung

Der digitalisierte Raum

Während Estland bereits in den 90er-Jahren alle seine Schulen digitalisiert hat und Informatik und Robotik usw. fester Bestandteil des Lernplans geworden sind, gibt es in 2024 nach wie vor Bildungshäuser in Deutschland, die kein Wlan haben. Trotz dieses desaströsen Zustands besteht heute die Chance, unsere Bildungshäuser jetzt mit Sinn und Verstand zu digitalisieren, da wir uns auf die Studien, Daten und Erfahrungen unserer Nachbarländer berufen können. Demnach zeichne ich im Folgenden ein Bild von der Vielfalt und den Potenzialen digitalisierter Lernräume, die bereits erfolgreich Anwendung finden und sich bewährt haben.

Von Madita Hänsch 29. Juni 2024 0

Der Erfahrungsraum

Aktuell stellen sich Bildungshäuser als vornehmlich von ihrer Umwelt isolierte Gebäude dar, die auch in ihrer Konzeption und ihren Lernplänen wenig bis keine Schnittstellen zur Außenwelt bieten. Gerade für die Zielgruppen Kinder und Jugendliche wird dafür das Argument vorgebracht, ihnen damit Schutzräume zu bieten. 

Doch zum einen versagt das System kolossal darin, als Schutzraum tatsächlich zu fungieren, und zum anderen ist damit unseren Schützlingen nicht geholfen, weil es unser Auftrag ist, sie auf die reale Welt vorzubereiten und sie dazu zu befähigen, sich darin selbstwirksam bewegen zu können. 

Anstatt eine Isolation der Bildungshäuser anzustreben, empfehle ich daher, eher eine schützende Membran anzuwenden, die durchlässig bleibt für die Einflüsse der realen Welt. Diese Membran sollte auch kein Filter sein, der nur “unschädliche” Einflüsse zulässt. Stattdessen stellen wir sie uns als eine unsichtbare Grenze vor, die wir mithilfe unserer Verantwortung als Lebens- und Lernbegleitungen ziehen. Anstatt isolierter Schutzräume bieten wir Rückzugsräume, Experimentierräume und Begegnungsräume, in denen wir die Rahmenbedingungen bestimmen, sodass die “schädlichen” Einflüsse soweit an Macht verlieren, damit sich unsere Schützlinge mit ihnen auseinandersetzen können, den Umgang mit ihnen lernen können, ohne sich unnötigen Risiken auszusetzen – genauso, wie wir Schutzkleidung anziehen, bevor wir im Chemieunterricht experimentieren, aber nicht, indem wir die Experimente nur in der Theorie behandeln.

Von Madita Hänsch 22. Juni 2024 0

Der Raum des Spiels

Beim Spielen lernen wir. Das Spiel ist die ursprünglichste Form des Lernens. Hier erproben wir uns. Wir verwandeln uns, spiegeln uns, und erforschen unsere Identität. Im Spiel testen wir unsere Grenzen, erobern uns neue Räume und trainieren vielfältige Fähigkeiten. Besonders zu Beginn unserer Lebens- und Lernreise ist das freie Spiel von großer Bedeutung. Hier bestimmen wir die Regeln, in denen wir uns bewegen. Wir entfalten unsere Kreativität und schulen unsere soziale und emotionale Intelligenz. Der Raum des Spiels ist ein unerschöpflicher Potenzialraum für erfolgreiches Lernen. 

Von Madita Hänsch 17. Juni 2024 0

Learning Communities

Entgegen eines eher traditionellen Bilds von Lehrkräften, deren Aufgabe es sei, “das Wissen” aufzubereiten und den Schüler:innen “zu vermitteln” beruht auf der inzwischen überholten Annahme, dass Wissen von Person A zu Person B einfach weitergegeben werden kann, wie ein Down- und Upload zwischen zwei Festplatten. Dank der Neurowissenschaft können wir inzwischen belegen, dass unsere Gehirne so eben nicht lernen. Wir betten die Informationen stets in unsere ganz persönlichen Kontexte ein. 

Von Madita Hänsch 8. Juni 2024 0

Wie wir lernen

Wenn der Lernende noch kein Interesse am Lerngegenstand hat, dann ist es die Aufgabe der Lernbegleitung, die Relevanz des Lerngegenstands aufzuzeigen, den Lernenden dann an das Thema heranzuführen (= Push), bis der Punkt erreicht ist, ab dem der Lernende sich selbstständig vorhandene Ressourcen nutzbar machen kann.

Von Madita Hänsch 24. Mai 2024 0